Patenschaft Bolivien

Mit Beginn des Schuljahres 1999/2000 hat die Grundschule Söhre die Patenschaft für den Schulbesuch arbeitender Straßenkinder in Bolivien übernommen. Dadurch wird den Kindern die Chance auf ein besseres Leben geschenkt.

In dem Projekt SEPAMOS "Alternative Beschulung für arbeitende Kinder" werden Kinder unterstützt, die seit frühester Kindheit im Arbeitsleben standen und nun stattdessen zur Schule gehen können. Viele der Kinder waren nicht in der Schule angemeldet, andere kamen unregelmäßig und haben nach einiger Zeit überhaupt nicht mehr am Unterricht teilgenommen.

 

Durch das Programm mit den arbeitenden Kindern ist es möglich geworden, dass viele Kinder die Schule besuchen können und mit dem notwendigsten Material ausgestattet ihre Schullaufbahn fortsetzen können. Durch die zusätzliche Ernährung, die diese Kinder durch SEPAMOS erhalten, haben sie die Möglichkeit, sich zu entwickeln und zu lernen. Sie können ihre Kindheit leben, mit anderen Kindern spielen und lernen und bekommen ausreichend Unterstützung, um nicht in der Schule zu scheitern.

Nach erfolgreichem Schulabschluss sollen sie später in der Lage sein, ihre Familien ernähren zu können und nicht auf die Arbeit ihrer eigenen Kinder angewiesen zu sein, sondern ihnen ebenfalls den Schulbesuch und damit später ein besseres Leben zu ermöglichen.

Nach Mary Mamani Cruz in den Jahren 1999 bis 2005, Willy Calle Condori von 2005 bis 2010 kommt unsere Unterstützung seit 2010 dem Mädchen Jhessica Mamani Alcaron zu Gute. Jhessica ist ein Kind, das das Programm braucht, da sie allein mit ihrer Mutter lebt. Der Vater hat die Mutter verlassen als sie schwanger war und hat sich nicht für das werdende Kind interessiert, er wollte es nicht einmal kennen lernen. Diese Tatsache hat die psychische Entwicklung des Kindes negativ beeinflusst. Sie zeigt viele Gefühle für ihren Vater und das macht sie sehr traurig.

Das Mädchen besucht die Institution, dort erhält sie schulische Unterstützung entsprechend den schulischen Anforderungen, die sie zu erfüllen hat. Die diagnostischen Tests haben gezeigt, dass sie viele Ausfälle und Lernschwierigkeiten hat, die überwunden werden müssen, um bessere schulische Leistungen zu garantieren.

Jhessica arbeitet an den Wochenenden, um der Mutter zu helfen, die Kosten für die Familie zu tragen. Sie möchte zur Schule gehen und sich, wenn sie groß ist, um ihre Mutter kümmern.

Die Kosten für die Patenschaft betragen 40€ im Monat (je Klassenstufe 10€). Das Geld wird durch verschiedene Aktivitäten der Klassen, Aktionen der Schule (Sponsorenlauf, Suppenfest...), Spenden, Sammeldosen auf Klassen- und Weihnachtsfeiern und die Türkollekte im Einschulungsgottesdienst aufgebracht. Wir erhalten regelmäßig finanzielle Rechenschafts- und Auswertungsberichte.

Mehrmals im Jahr erreichen uns Briefe, Bilder und kleine Geschenke des geförderten Kindes. Dadurch besteht regelmäßiger Kontakt zwischen Patenkind und Schule. Die Briefe werden in den Klassen vorgelesen, die Geschenke und Fotos des Patenkindes unseren Schülerinnen und Schülern gezeigt.

Der Bericht der Niedersächsischen Schulinspektion im November 2010 würdigt unsere Patenschaft mit der Organisation SEPAMOS in Bolivien. "Regelmäßige Kontakte auf nationaler und internationaler Ebene zu anderen Schulen oder außerschulischen Partnern unterhält die Schule vorbildlich über die seit 13 Jahren bestehende Partnerschaft zu einem bolivianischen Kind. Die Schule erhält regelmäßig Post von dem Kind mit Fotos, handgeschriebenen Briefen und Bildern sowie Geschenke für die Paten, zudem erhält sie Rechenschaftsberichte der betreuenden Organisation zum Einsatz des Geldes. Jede Klasse muss monatlich 10€ aufbringen und führt aufgrund dessen unterschiedliche Aktionen durch (Bazare, Keksebacken, Kollektensammlung). Bilder der Patenkinder hängen in der Schule aus."